In allen Segmenten des Fahrradmarktes wächst
die Bedeutung von Qualitäts- und Sicherheitsprüfungen. Die Ursachen
dafür sind vor allem in den gesetzlichen Neuregelungen zu
Produkthaftung und Produktsicherheit zu suchen. Hinzu kommt die
wachsende Bedeutung der Kundenzufriedenheit für Markenhersteller und
die Erfordernisse der Kommunikation von objektiven Leistungsdaten für
das Marketing im High-end Bereich.
Aus der Vielzahl von Qualitätsmerkmalen des
Produktes Fahrrad haben sich vier Merkmale als besonders
wichtig herauskristallisiert. Sie betreffen das was umgangssprachlich
als Haltbarkeit oder Stabilität bezeichnet wird. Diese Merkmale bilden die Schwerpunkte des EFBe Prüfservice
Angebots:
Betriebsfestigkeit, gelegentlich auch als „Dauerhaltbarkeit“ bezeichnet: Eine Konstruktion kann
durch vergleichsweise kleine, aber häufig auftretende Kräfte und
Momente ermüden, d.h. es bilden sich zunächst Mikrorisse aus, die zu
sichtbaren Makrorissen anwachsen und schließlich in einem Restbruch enden. Der Restbruch, der unter
Umständen erst nach jahrelangem Gebrauch auftritt, kann völlig
unvermittelt erfolgen und bei tragenden Teilen zu schweren Unfällen
führen. Ein Bauteil wird als betriebsfest bezeichnet, wenn es die
Belastungen, die während der gesamten Lebensdauer auftreten, mit
hinreichend hoher Wahrscheinlichkeit ohne Riss oder Bruch erträgt. Eine
absolute Sicherheit gibt es nicht. Ermüdungsprüfungen helfen aber dabei, das
Risiko eines Ermüdungsbruchs einzugrenzen.
Maximale statische Belastbarkeit: Das Bauteil muss die größten im Betrieb auftretenden Belastungen ohne
bleibende Verformungen ertragen. Statische Maximallastprüfungen gewährleisten
also, dass sich bei zulässiger Belastung nichts dauerhaft verformt.
Überlastverhalten:
Auch wenn ein Bauteil höher belastet wird als vom Hersteller
vorgesehen, muss es sich „gutmütig“, d.h. duktil (zäh) verhalten. Es
sollte sich verbiegen um die Überlastung anzuzeigen, jedoch darf es
keinen plötzlichen Trennbruch zeigen. Mit statischen Überlastprüfungen
oder Stoßprüfungen - so genannten Impact Tests - lässt sich das
Verhalten eines Bauteils bei Überlastung bewerten.
Steifigkeit: Auch
bei normaler Belastung gibt ein Bauteil ein wenig nach, federt
jedoch danach sofort wieder zurück. Ein Bauteil, das unter einer
definierten Belastung vergleichsweise wenig nachgibt, hat einen hohen
Steifigkeitswert. Steifigkeitsmessungen zeigen auf, wie sehr sich
ein Bauteil unter Belastung elastisch verformt. Je nach Bauteil und Belastung können
hohe oder niedrige Steifigkeitswerte ("Komfort") erwünscht sein.
Die ersten drei Merkmale bilden als
"sicherheitstechnischer Dreiklang" die Grundlage des EFBe TRI-TEST und sind auch teilweise in den Fahrradsicherheitsnormen EN 14764, 14766
und 14781 enthalten. Das vierte Merkmal, die Bauteilsteifigkeit kann
ebenfalls sicherheitsrelvant werden, etwa
beim Rahmenflattern (Shimmy Effekt). Das Unfallrisiko wird hier
aber
allgemein als geringer eingeschätzt. Bei Carbon-Bauteilen werden die
(zerstörungsfreien) Steifigkeitsmessungen als 100 % Kontrolle in der
Qualitätssicherung eingesetzt.