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Qualität und Sicherheit
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Qualitäts- und Sicherheitsmerkmale

In allen Segmenten des Fahrradmarktes wächst die Bedeutung von Qualitäts- und Sicherheitsprüfungen. Die Ursachen dafür sind vor allem in den gesetzlichen Neuregelungen zu Produkthaftung und Produktsicherheit zu suchen. Hinzu kommt die wachsende Bedeutung der Kundenzufriedenheit für Markenhersteller und die Erfordernisse der Kommunikation von objektiven Leistungsdaten für das Marketing im High-end Bereich.

Aus der Vielzahl von Qualitätsmerkmalen des Produktes Fahrrad haben sich vier Merkmale als besonders wichtig herauskristallisiert. Sie betreffen das was umgangssprachlich als Haltbarkeit oder Stabilität bezeichnet wird. Diese Merkmale bilden die Schwerpunkte des EFBe Prüfservice Angebots:

  1. Betriebsfestigkeit, gelegentlich auch als „Dauerhaltbarkeit“ bezeichnet: Eine Konstruktion kann durch vergleichsweise kleine, aber häufig auftretende Kräfte und Momente ermüden, d.h. es bilden sich zunächst Mikrorisse aus, die zu sichtbaren Makrorissen anwachsen und schließlich in einem Restbruch enden. Der Restbruch, der unter Umständen erst nach jahrelangem Gebrauch auftritt, kann völlig unvermittelt erfolgen und bei tragenden Teilen zu schweren Unfällen führen. Ein Bauteil wird als betriebsfest bezeichnet, wenn es die Belastungen, die während der gesamten Lebensdauer auftreten, mit hinreichend hoher Wahrscheinlichkeit ohne Riss oder Bruch erträgt. Eine absolute Sicherheit gibt es nicht. Ermüdungsprüfungen helfen aber dabei, das Risiko eines  Ermüdungsbruchs einzugrenzen.

  2. Maximale statische Belastbarkeit: Das Bauteil muss die größten im Betrieb auftretenden Belastungen ohne bleibende Verformungen ertragen. Statische Maximallastprüfungen gewährleisten also, dass sich bei zulässiger Belastung nichts dauerhaft verformt.

  3. Überlastverhalten: Auch wenn ein Bauteil höher belastet wird als vom Hersteller vorgesehen, muss es sich „gutmütig“, d.h. duktil (zäh) verhalten. Es sollte sich verbiegen um die Überlastung anzuzeigen, jedoch darf es keinen plötzlichen Trennbruch zeigen. Mit statischen Überlastprüfungen oder Stoßprüfungen - so genannten Impact Tests - lässt sich das Verhalten eines Bauteils bei Überlastung bewerten.

  4. Steifigkeit: Auch bei normaler Belastung gibt ein Bauteil ein wenig nach, federt jedoch danach sofort wieder zurück. Ein Bauteil, das unter einer definierten Belastung vergleichsweise wenig nachgibt, hat einen hohen Steifigkeitswert. Steifigkeitsmessungen zeigen auf, wie sehr sich ein Bauteil unter Belastung elastisch verformt.  Je nach Bauteil und Belastung können hohe oder niedrige Steifigkeitswerte ("Komfort") erwünscht sein.

Die ersten drei Merkmale bilden als "sicherheitstechnischer Dreiklang" die Grundlage des EFBe TRI-TEST und sind auch teilweise in den Fahrradsicherheitsnormen EN 14764, 14766 und 14781 enthalten. Das vierte Merkmal, die Bauteilsteifigkeit kann ebenfalls sicherheitsrelvant werden,  etwa  beim Rahmenflattern  (Shimmy Effekt). Das Unfallrisiko wird hier aber allgemein als geringer eingeschätzt. Bei Carbon-Bauteilen werden die (zerstörungsfreien) Steifigkeitsmessungen als 100 % Kontrolle in der Qualitätssicherung eingesetzt.









Letztes Update: 09.02.2009,16:49